Deutsche Gamben

Jacobus Stainer erhielt seine Ausbildung in Italien und gilt als der bedeutendste Geigenbauer des deutschsprachigen Raums. Obwohl er selbst schreibt, er baue Gamben nach der" ...form und manier von des Engellenders Violen" (14. Feb. 1678), tragen seine Instrumente eine ganz eigene persönliche Handschrift, die stilprägend für die Gambenbauer des süddeutschen Raums war. Klanglich lassen seine Instrumente die Nähe zum barocken Cello erkennen, was sie neben dem Repertoire für Gambe vor allem für das Continuospiel und die frühe Celloliteratur, einschließlich der Cellosuiten Johann Sebastian Bachs, prädestiniert.

Der Einfluss Stainers lässt sich sehr gut in einer Gambe von Matthias Hummel, Nürnberg 1690 erkennen, welche ich wegen der geringeren Saitenlänge (68 cm) in mein Programm aufgenommen habe.

Joachim Tielke stand in Hamburg ganz unter dem Einfluss der englischen Gambenbauer, deren Klangideal sich am Ehesten mit hell, obertonreich, silbrig beschreiben lässt. Der unverwechselbare, edle Klang der Gamben Joachim Tielkes ist auf die eigene Gestaltung des gewölbten Bodens zurückzuführen, der mittels Wärme und spezieller Fichtenholzbeläge in Form gebracht und mit nicht ganz unerheblicher Spannung auf die Zargen geleimt wird.