Bau einer Diskantgambe nach Barak Norman

Im Folgenden möchte ich den Bau einer Diskantgambe nach Barak Norman dokumentieren.

 


Holz

Die Diskantgambe nach Barak Norman bekommt eine gestochene Decke, die ich aus diesem Klotz Fichtenholz herstelle

 


gesägtes DeckenholzAus dem Fichtenklotz säge ich keilförmige Brettchen...

 


Deckenfuge...die ich an den dicken Seiten gerade hobele und verleime.

 


 

Decke aussägenAus dem so erhaltenen dachförmigen Gebilde zeichne ich mittels Schablone den Umriss der Gambe auf und säge die Decke aus.

 


Wölbung stechenMit einem Stecheisen arbeite ich grob die Wölbungsform heraus.

 


 

Wölbung hobelnMit den kleinen Wölbungshobeln gestalte ich die endgültige Deckenwölbung. Meine liebste Arbeit im Gambenbau!

 


 

Wölbung putzenZiehlingen sind an den Kanten angeschliffene Stahlbleche, mit denen ich die Hobelspuren in der Deckenwölbung glatt schabe: putzen nennen wir Geigenbauer diese Arbeit. Bei Lampenlicht kann ich dazu den Schattenwurf nutzen.


Wölbung stechenDie fertig gewölbte Decke bringe ich von innen mit dem Stecheisen auf Ihre Stärke. Um mich dabei nicht zu verstechen, bohre ich die Tiefe grob vor.

 


Ausarbeitung hobelnMit den Wölbungshobeln arbeite ich die Decke auf ihre Dicke aus. Dabei sind nicht die absoluten Maße, sondern die Parameter Steifheit und Klang entscheidend, die ich durch Biegen und Klopfen überprüfe. Dieser Arbeitsschritt ist m.E. für den Klang von maßgeblicher Bedeutung.

 


 

Ausarbeitung putzenAuch hier glätte ich die Hobelspuren mit der Ziehklinge.

 


Schallöcher schneidenDie Schallöcher lassen nicht den Klang aus dem Inneren des Instruments nach außen, sondern filtern die Schwingungen der Decke in Längsrichtung.

 


BassbalkenDer Bassbalken, unter den basseitigen Stegfuß in die Decke eingepasst, lässt den oberen- und den unteren Bereich der Decke phasengleich schwingen.

 


KlötzeOber- und Unterklotz bilden das Skelett einer Gambe. Über den Hals auf dem Oberklotz und den Pflock im Unterklotz wird der Saitenzug auf das Instrument übertragen.

 


 

Boden aufsägenBoden und Zargen für Diskantgambe kann ich an meiner kleinen Bandsäge, mit einem scharfen Sägeblatt, selbst aufsägen.

 


BodenfugeMit Hobel, Leim und Zwingen füge ich zwei passende Bodenhälften zusammen.

 


 

Boden und Zargen hobelnMit Hobeln und Ziehklingen arbeite ich nun Boden und Zargen auf ihre endgültige Stärke.

 


 

Zargen biegenÜber dem heißen Biegeeisen bringe ich die Zargen in Form...

 


Zargenkranz... und hefte sie auf die Decke.

 


 

LeinenDie Zusammenschlüsse der Zargen verstärke ich mit Leinen, die Leimfläche zwischen Boden, bzw. Decke und Zargen mit Holzreifchen.

 


 

 

StimmbrettUm später den Druck des Stimmstocks aufzufangen leime ich jetzt quer auf den Boden das Stimmbrett.

 


 

KnickUm den Boden im oberen Bereich abknicken zu können, säge ich ihn keilförmig bis auf 1/4 seiner Stärke ein.

 


Boden aufleimenNun kann ich den Boden endgültig aufleimen, wobei ich zugleich den Knick biege. Damit dies ohne Brüche gelingt, wärme ich den zu biegenden Bereich mit einer Spiritusflamme gut vor.

 


 

InnenarbeitDie Reifchen zur Decke, die Verstärkung des Bodenknicks - und als Wichtigstes vor Allem: der Zettel - vervollständigen die Innenarbeit.

 


Decke aufleimenNun leime ich die Decke endgültig auf. Damit beim späteren Lackieren kein Lack ins Innere des Instruments läuft, verklebe ich die Schalllöcher mit Klebeband.

 


 

Rand schneidenMit Schnitzmesser und Feile arbeite ich den Rand von Boden und Decke bündig mit den Zargen, Ausgang für die dann folgende Randeinlage.

 


Die Randeinlage ist ein dreifach verleimter Holzspan, den ich in die Decke einlege. Sie dient dem Schutz der Decke vor Beschädigungen von außen.

anreißen

 


KorpusVon Arbeitsspuren gereinigt, den Rand verrundet, alles fein geschliffen und schließlich mit einem Leinölfirniß grundiert darf der Gambenkorpus nun trocknen.

 


 

SchneckeInzwischen erstelle ich die Schnecke. Auf einen Ahornblock zeichne ich mit einer Schablone den Umriss der Schecke...

 


Schnecke aussägen... um sie dann an der Bandsäge auszusägen.

 


 

Schnecke aufbohrenDie Innenwindungen bohre ich vor.

 


 

SchneckenumrissMit einer Raspel glätte ich den Umriss der Schnecke.

 


 

WirbelkastenDer Wirbelkasten ist freigelegt.

 


 

SchneckenwindungMit Hilfsschnitten lege ich die Schneckenwindung frei...

 

 


 

1. WindungMit Hohleisen und einer Raspel gestalte ich die Windungen.

 


 

InnenwindungEbenfalls mit verschiedenen Hohleisen räume ich die vorgebohrte Innenwindung aus.

 


WirbelkastenAuch den Wirbelkasten bohre ich vor.

 


 

Hals aufsetzenDen Halsfuß, über den die Schnecke mit dem Korpus verbunden ist, passe ich mit dem Hobel an. Dabei müssen Richtung, Neigung und Länge auf den Punkt passen, bevor ich den Hals auf den Korpus leimen kann.


GriffbrettGriffbretter und Saitenhalter fertige ich nach tradierter Methode: ein Kern aus Fichtenholz mit Ahornkanten besäumt und mit einem Deckfurnier aus Ebenholz versehen.


Griff schneidenMit dem aufgehefteten Griffbrett forme ich nun mit Schnitzmesser, Raspel, Ziehklinge und Schleifpapier den Griff. In diesem fortgeschrittenem Stadium der Arbeit nochmals zum groben Werkzeug greifen zu müssen fällt mir nicht immer leicht.

 


 

LackierfertigMit einem provisorischen "Griffschoner" bestückt ist die Gambe jetzt fertig zur Lackierung.


1. AnstrichLeinöl, Mastix, Dammar und Farbpigmente - eigentlich recht unspektakulär, mein "Lackgeheimnis".


2. AnstrichDer zweite Anstrich, bereits geschliffen.

 


GriffbretteinlageIn Ebenholz einzulegen ist wahrlich Knochenarbeit.

 


 

W

wMit einer Reibahle bohre ich die Wirbellöcher mit einem festen Konus auf. Auf diesen Konus stelle ich den Wirbelschneider ein und spitze die Wirbel an. Ungebeizter Buchsbaum ist mein liebstes Material für Wirbel, da diese sehr wenig pflegeintensiv sind.

 


 

 

 

PflockDen Pflock, an den der Saitenhalter angehängt wird, befestige ich mit einer "Schwalbenschwanzverbindung" im Unterklotz.


StegEin Ahornbrettchen passe ich an die Wölbung an, lege Saitenhöhe und Stegrundung fest und verteile die Ausschnitte. Das Ganze säge ich mit der Laubsäge aus und schneide die Konturen mit einem Schnitzmesser nach, bevor ich Vorder- und Rückseite mit Hobel, Feile und Sandpapier in Form bringe. Abschließend platziere ich die Saitenkerben.


Stimmstock einsetzenDer Stimmstock ist ein rundes Fichtenholz, das ich mit einem 'Stimmsetzer' im Inneren des Instruments festklemme. Die Passgenauigkeit kontrolliere ich mit einem Spiegel. Der Stimmstock sorgt dafür, dass Boden und Decke nicht gegeneinander schwingen und kann zur klanglichen Feineinstellung später verschoben werden.

 


 

DiskantSeit graumer Zeit fertig und gut im Einsatz: die Diskantgambe nach Barak Norman.